das archiv eugen gomringer
umfasst in
nahezu vollständigem umfang arbeiten
und publikationen, die von und über
eugen gomringer erschienen sind. das
archiv ist zudem eine einzigartige
sammlung zu entstehung und
geschichte der konkreten poesie.
zugang und studium
eugen gomringer
beispiel:
über das stundenbuch von eu
gen gomringer
das "archiv eugen gomringer" ist aufgrund seiner bibliophilen
bedeutung nicht allgemein zugänglich. interessenten können es
jedoch nach absprache einsehen bzw. mit den vorhandenen
materialien arbeiten. das archiv bietet vor allem für kunst- und
literaturhistorisch interessierte studenten und fachleute, aber auch für
schriftsteller oder interessierte laien einen reichen fundus zur
entstehung und entwicklung der konkreten poesie sowie zu schaffen
und werk von eugen gomringer.
für besucher steht bei längerem studienaufenthalt bei bedarf im
kunsthaus rehau gegen geringe kosten auch ein gästeappartement
zur verfügung, in das einzelne archivmaterialien ausgeliehen werden.
eugen gomringer:
1925 in cachuela esperanza, bolivien, geboren
1944-50 universität bern, nationalökonomie, kunst- und
literaturgeschichte
1947 in rom, vorlesungen bei leo bruhns und ludwig curtius
1953 mitgründer der internationalen kunstzeitschrift ” spirale ” mit
marcel wyss und diter rot
1954-57 sekretär von max bill an der hochschule für gestaltung
ulm bis
1958 dozent an der hochschule für gestaltung ulm
1959 werbechef in einem schweizer industriebetrieb
1961-67 geschäftsführer des schweizer werkbundes in zürich,
gründungsmitglied des verbandes schweizer industrial- designer
„sid“ in zürich
1967-85 leiter der kulturarbeit der rosenthal ag in selb
1973 mitglied der akademie der künste berlin 1976 dozent für
theorie der ästhetik an der kunstakademie düsseldorf
1978-90 professur für ästhetik an der kunstakademie düsseldorf,
emeritus
l986 gastprofessur für poetik an der universität bamberg
1988 erster intendant des internationalen forums für gestaltung „ifg
ulm“ und mitglied des beirats seit
1991 honorarprofessur an der hochschule zwickau, abteilung
angewandte kunst schneeberg
2000 gründer und leiter des institutes für konstruktive kunst und
konkrete poesie in rehau
seit den 50er jahren veröffentlichungen zur kunsttheorie und zur
konkreten poesie.
”vater der konkreten poesie” (emmet williams)
das stundenbuch von eugen gomringer setzt
sich entsprechend den 24 stunden eines
tages aus 24 wörtern plus dem gegensatzpaar
dein-mein zusammen. die 24 wörter sind frei
vom dichter gewählt, haben aber allgemein
menschliche bedeutung wie auch das dein
und mein. jedermann besitzt diese wörter,
jedem sind sie vertraut.
durch dein und mein werden diese 24 wörter
ganz natürlich an diese beiden
besitzanzeigenden fürwörter gebunden. jeder
kann sagen: dein haus, dein blühen, dein tod
usw. und ebenso kann man sagen mein
blühen, mein haus, mein tod.
am anfang zeigt eugen gomringer, dass für
dein und mein das gleich gilt: dein haus - mein
haus. er zeigt aber auch, dass es
unterschiedliche abhängigkeiten oder
zuordnungen zwischen den wörter geben
kann, zum beispiel: dein haus - mein jahr, dein
weg - mein tod, deine kraft - meine freude. es
fällt auf, dass es nie heisst: mein tod - dein
weg, meine kraft - deine freude. das fände der
dichter zu anspruchsvoll an das gegenüber. er
richtet sich sozusagen nach dem anspruch
des anderen: deine kraft - mein blühen.
in vier abschnitten bringt der autor mein und
dein in übereinstimmung: deine meine freude,
dein mein haus.
in den übrigen teilen aber besteht eine
demutshaltung gegenüber dem dein. das
mein richtet sich sozusagen nach dem dein.
ein theologe hat einmal festgestellt, dass das
ganze eine zwiesprache zwischen mann und
frau und zwischen den dingen sei, das sich
beim lesen wie der pendelschlag einer alten
uhr anhöre.
für den dichter ist auch wichtig, dass sich über
bekannte wörter des lebens ein nachdenken
einstellt. das stundenbuch ist dazu eine
anleitung. ohne zwang und forderung, sondern
ganz einfach: dein geist - mein geist und
auch: dein geist - meine antwort. es ist ein
einfacher dialog, der aber vielleicht ein paar
grundwahrheiten und grundentscheidungen
anspricht. das war stets der sinn der
stundenbücher.
kunsthaus rehau
zur zeit
ikkp
archiv eugen gomringer
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Kunst und Mathematik
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